Herzlichen Glückwunsch! Unterhachinger Selbsthilfegruppe feiert 20-jähriges Jubiläum

Gruppenjubiläum 6.4.16 im KUBIZ, Unterhaching

Am 6.4.16 wurde im Unterhachinger KUBIZ das 20jährige Bestehen der dortigen Blaukreuz- Begegnungsgruppe gefeiert. Margot Simon hat diese Gruppe, in der sich Alkoholkranke und suchtgefährdete Menschen jeden Mittwoch treffen und austauschen, gegründet und betreut und begleitet sie seitdem. In diesem Rahmen erfahren Suchtabhängige und Gefährdete, aber auch deren Angehörige Hilfe, mit ihrer Erkrankung umzugehen und sich von ihr zu befreien.

In jeder Blaukreuz - Begegnungsgruppengemeinschaft werden problembeladene Personen ohne Vorurteile angenommen.  Sie erhalten Aufklärung über die Alkoholkrankheit und, wenn erforderlich, Angebote über weiterführende therapeutische Maßnahmen. Das Blaue Kreuz München e.V. ist Anlaufstelle für Personen mit Alkoholproblemen, egal in welchem Stadium ihrer Abhängigkeit sie sich befinden. Hilfesuchende sind auch in den zwei weiteren BK-Gruppen dienstags im KUBIZ willkommen. Eine weitere Gruppe speziell für Jugendliche wird demnächst donnerstags – ebenfalls im KUBIZ – eröffnet.

Am Jubiläumsabend fanden sich nicht nur die aktuellen Gruppenmitglieder ein, es kamen auch Ehemalige, die frei geworden sind und jetzt ein zufriedenes, abstinentes Leben führen. In harmonischer und dankbarer Atmosphäre wurde die Gruppenarbeit und Frau Simons Engagement auch durch Gäste wie Mitglieder des BK-Vorstandes und Sozialtherapeutinnen aus  psychosozialen Beratungsstellen wertgeschätzt.

 Laudatio:

Die Leistung:
20 Jahre lang jeden Mittwoch Abend Abstinenzgruppe, das heisst 1000x etwas vorbereiten, ab ins Auto und pünktlich sein.
Das heisst aber auch 2000 Stunden lang reden, fragen, zuhören, Geduld haben, Nachsicht zeigen und unbeirrt konsequente Standpunkte vertreten.
Es bedeutet -neben vielen Erfolgen wie man an uns sieht- auch Misserfolge, Rückschläge, Enttäuschungen hinzunehmen, etwa wenn Rückfälle in der Gruppe zu verzeichnen sind oder grosses Engagement im Einzelfall allzu wenig vergolten wird; wenn man machtlos gegen offenbaren Abstinenz-Unwillen ankämpft, langjährige Gruppenmitglieder plötzlich aussteigen oder man einem generellen Abwärtstrend bei Suchtgruppen hilflos gegenübersteht.
Zur Tätigkeit als Gruppenleiterin kommt noch die langjährige Beratungstätigkeit von Entgiftungspatienten im Perlacher Klinikum. Hier gilt es, eine erste Wegweisung in unser Suchthilfesystem zu geben, diese Menschen fachlich zu betreuen und den Versuch zu unternehmen, sie möglichst langfristig in Abstinenzgruppen wie die unsere einzubinden.
 Das alles bedeutet eine grosse Verantwortung zu tragen, zuverlässig und Vorbild zu sein, sich immer wieder aufrappeln und unbeirrt an die Sache glauben. Das alles über so viele Jahre hinweg, und noch dazu ehrenamtlich.
Liebe Margot, was für eine Leistung !!

Die Motivation:
Doch was treibt jemanden dazu das auf sich zu nehmen?
- Zum einen die unendliche Dankbarkeit dafür, vor über 25 Jahren einem bösen Teufel noch rechtzeitig von der Schippe gesprungen zu sein, und das nicht nur aus eigener Kraft. Eine überaus wichtige Organisation wie das Blaue Kreuz hat dabei geholfen die letztendliche Entscheidung gegen diesen Teufel konsequent anzugehen.
- Zum zweiten eine stark ausgeprägte soziale Ader, der Wunsch anderen dabei zu helfen, es auch zu schaffen. Denn was gibt es für einen sozial eingestellten Geist Schöneres als zu anderer Menschen Glück beizutragen!? Das Blaue Kreuz machte das möglich durch die Möglichkeit, eine eigene Abstinenzgruppe zu gründen und zu leiten.
- Zum dritten aber auch über die Jahre durch die Gruppe gewachsene Bekannt- und Freundschaften, die ein Teil des eigenen Lebens geworden sind und die man nicht mehr missen möchte.

Es wäre sehr zu wünschen dass es noch viel mehr Menschen vom Kaliber Margot gäbe, die all das inhaltlich und auch zeitlich leisten können. Wir, Dein Unterhachinger Clan,  wünschen Dir und uns, dass Du das solange es geht,  tun kannst, für uns, für Dich, für das Blaue Kreuz und nicht zuletzt für alle, die noch nichts von solchen Gruppen wissen oder halten, und denen damit eine Möglichkeit geboten wird, demselben bösen Teufel noch rechtzeitig von der Schippe zu springen! Ein ganz grosses Dankeschön an Dich, liebe Margot !